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Monumente und touristische Plätze



DIE ABTEI UND ANDERE MONUMENTE

Façade abbaye

 

Ein paar Worte zur Geschichte…

Eine fantastische Legende

Eines Nachts im Jahre 1032 sehen Geoffroy Martel, Graf von Vendôme, und seine Frau Agnès drei Sterne auf eine Wiese am Fuße des Schlosses fallen. Der Bischof von Chartres gibt ihnen den Rat, eine der Dreifaltigkeit („La Trinité“) geweihte Abtei zu gründen. Mit dem Bau werden die Benediktinermönche von Marmoutier (in der Nähe von Tours) beauftragt.

 

 

Geschichte der Abtei vom X1. Jahrhundert bis heute

Eine erste romanische Kirche

Der Bau der Abteikirche erfolgt in sehr kurzer Zeit (etwa 30 Jahre), ist aber dennoch ein ehrgeiziges Projekt. Von diesem weitläufigen Gebäude (70 m) mit dem Grundriss eines lateinischen Kreuzes, das in der Zeit von 1060-70 vollendet wurde, sind nur noch die Mauern des Querschiffes erhalten.

Andere Elemente zeugen von der Verschönerung der Abtei im 12. Jahrhundert: das Glasfenster Unserer Lieben Frau (heute in der Scheitelkapelle), die Fresken des Kapitelsaals und der Glockenturm.

Zu Beginn des 13. Jahrhunderts strebt die Abtei La Trinité danach, eine vielbeachtete Zwischenstation zu werden, in der Nähe des Grabes des hl. Martin in Tours und am Jakobsweg nach Santiago de Compostela. Das Querschiff war damals mit farbigen Gewölben und bildhauerischem Dekor ausgestattet.

Der neue gotische Bau

Im Jahre 1271 beginnt der Abt Renaud IV. von Villedieu mit dem Bau einer neuen Abteikirche an der Stelle der romanischen Kirche.

Um 1280 werden die unteren Teile des Chores mit Gewölben und Glasfenstern versehen.

Um 1320 wird der zunächst geplante Abriss des Querschiffes aufgegeben. Die Vierung wird mit einem Gewölbe und Dekorelementen versehen.

Ab 1320-25 erfolgt ein Umbau der beiden Joche des Hauptschiffes, die dem Querschiff am nächsten liegen. Sie werden 1357 fertiggestellt.

Mit dem Hundertjährigen Krieg werden die Umbauarbeiten unterbrochen. Dennoch werden ab dem Ende des 14. Jahrhunderts Restaurierungsarbeiten am Gebälk des Kapellenkranzes sowie an den spätgotischen Fenstern des Hauptschiffes vorgenommen. Parallel dazu werden Bauarbeiten an den Klostergebäuden (Kapitelsaal) durchgeführt.

In einem Text aus dem Jahre 1501 wird erwähnt, dass die Bauarbeiten nun beschleunigt werden müssen. Jean Texier, auch Jehan de Beauce genannt, vollendet die gotische Kirche mit der Errichtung der Fassade (und dem ersten Joch) in der Zeit von 1498-1508.

Was es in der Abtei zu entdecken gibt

Romanische Speicherhäuser (A)

Die auf einer Länge von über 100 Metern erbauten Speicherhäuser bildeten die westliche Grenze der Abtei. Sie umfassten Kornspeicher, Zimmer, Vorratskammern, Stallungen sowie ein Gefängnis. Heute werden sie als Wohnungen und Ladengeschäfte genutzt.

An der Ecke der Rue de l’Abbaye sind noch schöne romanische Zwillingsfenster aus dem 12. Jh. zu sehen.

Kreuzgang (B)

Die Klostergebäude haben bis zur Französischen Revolution dieselbe Funktion behalten; im Osten befanden sich das Dormitorium (Schlafsaal) und der Kapitelsaal; im Süden das Refektorium (Speisesaal) sowie die Zellen der Mönche und der Novizen, im Westen das Gästehaus. Nur die Nordgalerie (entlang der Kirche) wurde von dem Abriss verschont, der 1907 von der Armee beschlossen wurde.

Ein Duftgarten ziert den Hof, das Ergebnis der botanischen Aufwertung der Gärten von Vendôme, einer mit dem Prädikat „4 Blumen“ ausgezeichneten Stadt.

Kapitelsaal (C)

Salle capitulaire1972 wurden hinter den Wänden des 14. Jh. Fresken aus dem 12. Jh. freigelegt. Dies erklärt den bruchstückhaften Zustand und die auffällige Frische der verwendeten Farben. Die schönste noch erhaltene Szene stellt den „wunderbaren Fischzug“ nach der Auferstehung Christi dar (Johannes 21, 1-14).

 

Fassade des Südflügels (E)

Die von Pierre d’Orbacq entworfene Fassade wurde zwischen 1732 und 1742 erbaut. Auf dieser monumentalen Fassade sind Symbole der Benediktiner und der Mauriner-Kongregation („PAX“ und das Lamm) nach dem damals sehr geschätzten Grundsatz der Symmetrie angeordnet.

Wohntrakt des Abtes (F)

Der Kardinalabt wohnte in der Nähe des Chorhauptes, der Abteikirche, abseits des Dormitoriums. Von den im 15. Jahrhundert erbauten Gebäuden ist nur noch ein Teil des Wohntraktes des Abtes erhalten.

Das Chorhaupt der Abteikirche (G)

Dieses hochgotische Chorhaupt, das etwa in der Zeit von 1271 bis 1320 auf den Fundamenten der romanischen Kirche erbaut wurde, lässt fünf Kapellen erahnen, die um einen 20 Meter hohen Chor angeordnet sind.

 

Entdeckungsrundgang durch die Abteikirche

Auf dem Vorplatz

Die Fassade

Die Fassade der Abteikirche gilt als eines der bedeutendsten architektonischen Zeugnisse des gotischen Flamboyant-Stils. Sie wird Jean Texier, auch Jehan de Beauce genannt, zugeschrieben, der zu Beginn des 16. Jahrhunderts „Baumeister“ an der Kathedrale von Chartres war.

Durch die Verbindung von Dynamik und vertikalem Elan zielt ihre dreiteilige Komposition darauf ab, den Blick auf die Mitte und gleichzeitig in die Höhe schweifen zu lassen. Eine Reihe von aufeinanderfolgenden, fein skulptierten und durchbrochenen Wandflächen profitiert von der zunehmenden Verjüngung der Mauern (von 4,60 m an der Basis bis 50 cm oben am Giebel).

Der Glockenturm

ClocherDer aus der ersten Hälfte des 12. Jahrhunderts stammende Turm wurde zur selben Zeit wie der südliche Glockenturm der Kathedrale von Chartres erbaut und unterscheidet sich von diesem durch den außergewöhnlichen Reichtum seines bildhauerischen Dekors. Sein isolierter Standort hängt offenbar mit der Tatsache zusammen, dass ein kleiner Bau (die verschwundene Galilaea) ihn früher mit der ursprünglichen Kirche verband.

Im Inneren wird der hölzerne Glockenstuhl von geschickt verbundenen Steinbögen gestützt.

 

 

Das Hauptschiff

Das Innere der Abteikirche vermittelt trotz der fast 500-jährigen Bauzeit einen Eindruck von Geschlossenheit. Vom 13. bis zum Beginn des 16. Jahrhunderts wurde nämlich bei dem gotischen Bauprojekt der Grundsatz eines dreistöckigen Baus beibehalten: große Arkaden, ein durchbrochenes Triforium und hohe Fenster. Die Wieder-aufnahme der Bauarbeiten nach dem Hundertjährigen Krieg kennzeichnet eine klar erkennbare Veränderung des Dekors: die Säulenbündel der Pfeiler erhalten ein prismatisches Profil, im Maßwerk des Triforiums treten Fischblasen an die Stelle der Vierpässe.

Das Querschiff

In dem gesamten noch erhaltenen romanischen Querschiff sind Spuren von Polychromie aus dem 13. und 14. Jahrhundert zu erkennen. Die ockerfarbenen und weißen Töne begleiten die roten, grünen und blauen Farben der mit Figuren geschmückten Schlusssteine, die für die Kunst des gotischen Plantagenet-Stils so charakteristisch sind.

An der Vierung zieren vier Statuen die romanischen Pfeiler aus dem 11. Jahrhundert: auf der Nordseite Maria und der Erzengel Gabriel (Verkündigung Mariä), und auf der Südseite der hl. Eutropius (seine Reliquien befinden sich in Vendôme und in Saintes) und der hl. Petrus (die Abtei pflegte enge Beziehungen zu Rom).

Der Chor

In diesem geweihten Bereich, der ursprünglich den Mönchen vorbehalten war, verleiht das Gleichgewicht des dreistöckigen Baus dem Chor ein harmonisches Aussehen.

Das Chorgestühl

Das Chorgestühl wurde vom Abt Louis de Crevant (1487-1522) in Auftrag gegeben und von seinem Nachfolger Antoine de Crevant (1522-1539) vollendet. Das Chorgestühl wird von musizierenden Engeln überragt, seine Miserikordien sind mit Schnitzereien verziert, die anschauliche Szenen aus dem Alltagsleben und die Arbeiten im Laufe der Monate darstellen. Nur noch die Hälfte der ursprünglichen Chorstühle ist erhalten geblieben: nachdem sie während der Französischen Revolution verkauft wurden, konnten sie 1838 wieder aufgestellt werden.

Der Chorumgang

Gläubige und Pilger benutzten diesen Zugangskorridor zu den Kapellen bei besonderen Feierlichkeiten. Die gotische Kirche hat den Grundriss des romanischen Chorhauptes mit einem Kapellenkranz aus fünf Kapellen übernommen.

Die Chorschranke

Die unter dem Abt Louis de Crevant errichtete und von seinem Neffen Antoine vollendete Chorschranke schirmt die Mönche in ihrem Gebetsbereich nach außen ab. Die Skulpturen enthalten Zierelemente des gotischen Flamboyant-Stils und der Renaissance.

Die Reliquie der „Heiligen Träne“

Der Legende nach soll Jesus Christus diese Träne am Grab des Lazarus vergossen haben, und sie soll dann von einem Engel aufgefangen und Maria von Bethanien anvertraut worden sein. Graf Geoffroy Martel hat diese Reliquie vom Kaiser von Konstantinopel erhalten und sie im Jahre 1047 der Abtei geschenkt.

Im 13. Jahrhundert wurde der Reliquienkult der Heiligen Träne sehr beliebt. Die kostbare Reliquie wurde in einem monumentalen Schrein (1803 zerstört) zur Geltung gebracht.

Die Sakramentskapelle

Romanisches Kirchenfenster

„Unserer Lieben Frau“ (1125)

Die auf einem Thron der Weisheit sitzende, mit einer Krone geschmückte Jungfrau Maria trägt das Jesuskind. Das sehr helle Blau bringt die V-förmigen Falten des Kleides von Maria zur Geltung. Dieses Kirchenfenster ist zugleich außergewöhnlich und charakteristisch für die Kunst des Loiretals im 12. Jahrhundert: die Mandorla mit erlesenem Dekor, die feinen, graphischen Gesichtszüge, die übertriebene Verlängerung der Körper und die tanzende Haltung der Engel, die die Szene einrahmen.

Seine hohe liturgische Bedeutung erklärt seine Wiederverwendung im Neubau der gotischen Kirche. Seit 1956 befindet sich das Marienfenster in der Scheitelkapelle, umgeben von einem von Jean-Jacques Grüber ausgeführten Kirchenfenster.

 

Das Rathaus

Im Jahre 1623 gründet Herzog César de Vendôme ein Collège, das er den Oratorianern, einer im 17. Jahrhundert gegründeten Kongregation, anvertraut.

Hotel de ville

Dieses “Collège” wird Ende des 18. Jahrhunderts zur königlichen Militärschule und 1930 zum Gymnasium Ronsard. Am Anfang der 70er Jahre zieht das Gymnasium Ronsard in neue Gebäude im Norden der Stadt um. In dem nun leer stehenden Schulgebäude wird 1982 das Rathaus eingerichtet. Der zwischen 1639 und 1777 errichtete Bau, eine polychrome Mischung von Back- und Kalksteinen ist ein beispielhaftes Zeugnis für die Ästhetik der klassischen französischen Architektur. Die Fassade des Ehrenhofs ist nach dem Prinzip der Symmetrie gestaltet, deren Mittelachse durch das Eingangsportal in der rue Saint Jacques läuft.

Honoré de Balzac (1799 - 1850) war zu Beginn des 19. Jahrhunderts 7 Jahre lang Schüler am Collège von Vendôme. Es wird erzählt, dass er seine Bestrafungen in einer Abstellkammer im ehemaligen “Hôtel du Bellay” absitzen musste, das heute als “Hôtel du Saillant” bekannt ist und das Fremdenverkehrsamt beherbergt.

 

Die Kapelle Saint-Jacques

Chapelle Saint-JacquesSchon im 12. Jahrhundert machen Pilger auf dem Jakobsweg in dieser Kapelle halt. Sie bekommt ihren spätgotischen Stil durch Umbauten im 15. und 16. Jahrhundert. Ab 1623 machen sie die Oratorianer, die im benachbarten Collège unterrichten, zu ihrer Hauskapelle. Mit der Revolution wird sie entweiht und dient zuerst der Armee als Lager und wird anschließend für Aufführungen benutzt. Ab 1826 wird sie wieder der Kirche übergeben. Seit 1982 dient die Kapelle Saint Jacques als Ausstellungssaal.

Die Rue du Change, Standort der Kapelle, verdankt ihren Namen der Wechselstube, die 1354 erwähnt wird. Die Strasse wird im 19. Jahrhundert verbreitert und später 1978 zur Fußgängerzone.

Das heutige Postamt (gegenüber der Kapelle) ist seit 1956 im ehemaligen Gebäude der “Nouvelles Galeries” (Kaufhaus) untergebracht, das Anfang des 20. Jahrhunderts gebaut wurde.

 

Der Islette - Turm

Tour de l'Islette

 

 

Der Islette - Turm ist Teil der Festungsanlagen, die im 13. Jahrhundert entlang des Loir-Ufers gebaut wurden. Ab dem 18. Jahrhundert verlieren der Turm wie die anderen Verteidigungsanlagen ihr Interesse, wurden teilweise abgerissen und von den Einwohnern von Vendôme für neue Bauten wiederverwendet. Im Laufe der Jahrhunderte beschädigen die häufigen Hochwasser des Loir die Festungsmauern und die Brücken, die ehemals aus Holz waren. In der Nähe des Islette - Turms wird die Chartrain-Brücke im Jahre 1691 aus Stein neu gebaut.

 

 

 

 

Das Wassertor

Porte d'eauDieses Tor, wird Ende des 13. und später im 15. Jahrhundert Bestandteil der Stadtmauer. Es wird auch “Arche des Grands Prés” (Bogen der Großen Wiesen) genannt, nach dem Namen der damals umliegenden Wiesen. Schon im Mittelalter wird das Wasser des Loir reguliert, damit es die Mühlen der Stadt antreibt. So haben auch die Mönche der Trinité eine Staumauer gebaut, um die notwendige Wassermenge für ihre Mühle namens “Moulin Perrin” sicherzustellen.Pierre de Ronsard (1524-1585) zitiert in seinen Werken das Loir-Tal, Vendôme und seine Umgebung. Dieser Hofdichter wurde auf dem Landsitz “la Possonnière” geboren, ungefähr vierzig Kilometer von Vendôme entfernt.